Citroen ID 20 Super - Als die Göttin schweben lernte

Am 6. Oktober 1955 wird der Citroen DS auf dem Pariser Automobilsalon dem Publikum vorgestellt und löste nach 23 Jahren die 11CV Bau-Serie ab. Startschuß für eine der längsten Modellserien der französischen Marke, denn der Wagen wurde bis einschließlich 1975 in verschiedenen Varianten gebaut.





Das herausragende Merkmale der Citroen D Modelle ist das Hydropneumatik System an der Achsfederung. Zwar war bereits 1954 der Traction Avant 15CV6 H Modell an der Hinterachse mit einer solchen Hydropneumatik ausgestattet, doch die Hypnopneumatik an der Achsfederung brachte den erwünschten Erfolg. Sie wirkt an allen vier Rädern mit einem Ballonartigen Hydraulik-System. Es funktioniert über Stahlkugeln, die im Inneren zwei voneinander getrennte, unterschiedlich befüllte Kammern haben. In der oberen Kammer ist Stickstoff, in der unteren Hydrauliköl. Getrennt sind sie durch eine Membrane. Ein Kolben, der mit der Radaufhängung verbunden ist, wirkt auf die Hydraulik Flüssigkeit. Da Gase leichter komprimierbar sind als Öl, ist das Stickstoff-Gas in der oberen Kammer eher geeignet die Funktion der Federung zu übernehmen, die Hydraulik sorgt für den Dämpfungs-Ausgleich und die Niveau-Nivelierung, denn über Ein-und Auslassventile kann die Kammer mit Hydrauliköl gefüllt und auch wieder geleert werden. Damit kann sowohl vorne als auch hinten das Fahrzeug in der Höhe variable eingestellt werden.
Beachtlich ist die Fahrwerksstabilität auch bei Ausfall eines Rades, was Citroen beindruckend in einem Werbespot demonstrierte.



Äußerlich hat sich in den 20 Jahren Bauzeit der Citroen D Modelle kaum etwas verändert. Zu erkennen sind leichte Modifizierungen an den Scheinwerfern und dem Kühlereinlass. Die sehr frühen Modelle haben nur einen runden, in den Kotflügel eingelassenen Scheinwerfer. Die späteren Modelle weisen an der Front zwei schräg liegende Doppelscheinwerfer hinter einer Glasabdeckung auf. Noch einfacher gelingt die Unterscheidung anhand des Kühlereinlasses. Bei den ersten Modellen liegt dieser Kühlereinlass unterhalb der vorderen Stoßstange, später kam noch ein doppelter Kühlereinlass oberhalb der Stoßstange hinzu.

Die DS Modelle sind mit einem serienmäßigen Kurvenlicht ausgestattet, was das Fahren bei Nacht wesentlich erleichterte, da Kurven immer in die Lenkrichtung angestrahlt werden.

Citroen ID 20 Super
Citroen ID 20 Super

Die DS Modelle waren im gehobenen Preissegment angesiedelt und in Hinblick auf den vergleichbaren Markt sehr teuer. Um die Kundschaft nicht zu verlieren stellt Citroen 1956 das Modell ID19 vor. Eine hinsichtlich der technischen Grundausstattung abgespeckte Variante. Während die DS Modelle in der Vollausstattung über eine Servo Lenkung, die halbautomatische Gangwahl (bei der das Kupplungspedal entfällt) und ein integriertes hydraulisches Bremssystem mit einem pilsförmigen Bremspedal verfügen, wurde dies alles bei den ID Modellen gespart. Die ID Modelle haben eine normale Pedalerie und eine sehr reduzierte Innenausstattung. Auf viele Extas wie Teppich, Chromverzierungen und Ablageflächen wurde verzichtet. Auch die hier gezeigte ID 20 D-Super aus dem Baujahr 1969 ist eine der abgespeckten Verwandte des luxuriöseren DS Modells.

Unter der Motorhaube arbeitet ein 1985 ccm Reihen-4-Zylinder Motor mit einer Leistung von ca. 108 PS. Der Motor gibt sich durch die 5-fache Kurbelwellen-Lagerung als besonders laufruhig. Die Kraft wird durch ein 5-Gang Getriebe auf die Hinterachse übertragen. Eine als Plattformrahmen ausgebildete Bodengruppe mit seitlich längs laufenden kastenförmigen Längsträgern sitzt unter der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie.

Die Citroen D Modelle zählen zu den Meilensteinen der Automobilgeschichte - durch ihre technischen Innovationen, die auch im Laufe der 20jährigen Bauzeit immer wieder verfeinert wurden. Aber sicherlich auch durch das Design. Nicht umsonst landet dieser Oldtimer immer wieder auf den Top-Plätzen der automobilen Design-Ikonen.


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Technische Daten: BMW 328
Motor: 4-Zylinder-Reihenmotor
Hubraum: 1985 ccm
Kühlung: Wasser
Bohrung x Hub: 90 x 78 mm
Verdichtung: 8,75:1
Gemischbildung: k. A.
Schmierung: Druckumlauf
Leistung: 103 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 162 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 14,2 sec.
Getriebe: 4-Gang Stockschaltung
Spannung: 12 Volt
Aufhängung vorne: Einzelradaufhängung, Hydraulische Federung
Hinten: Einzelradaufhängung, Hydraulische Federung
Karosserie: Ganzstahlkarosserie
Bremsen:
Vorne: Scheibenbremsen
Hinten: Scheibenbremsen
Abmessungen:
Radstand: 3125 mm
Höhe: 1470
Breite: 1803
Länge: 4874
Spurbreite vorne: 1500
Spurbreite Hinten: 1300
Gewicht: 1280 kg


Baujahr: 1968 bis 1971

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